Satu-Mare-Brücke

Mit ihrer markanten Silhouette, einer mittleren Spannweite von 195 Metern und einer Gesamtlänge von 644 Metern ist die Satu-Mare-Brücke die größte Schrägseilbrücke im Westen Rumäniens und ein Ingenieurbauwerk der Superlative.
  • Ein Bauingenieur der Zentralen Technik läuft mit einem Tablet in der Hand über die Satu-Mare-Brücke und begutachtet diese. © Filip Warchalowski / STRABAG SE
    Ein Bauingenieur der Zentralen Technik läuft mit einem Tablet in der Hand über die Satu-Mare-Brücke und begutachtet diese. © Filip Warchalowski / STRABAG SE
Auftraggeber
Stadtverwaltung Satu Mare
Auftragnehmer
STRABAG AG & A.R.L. CLUJ S.A.
Standort
Satu Mare
Projektdauer
Juni 2020 - April 2025
Bauwerksart
Schrägseilbrücke
Bauweise
Kletterverschalung & Brückendeckmontage vorgefertigter Stahlsegmente
Ein Bauingenieur von STRABAG (Zentrale Technik) läuft nachts über die hell erleuchtete Satu-Mare-Brücke. © Filip Warchalowski / STRABAG SE

Ein neuer städtischer Knotenpunkt

Die Satu-Mare-Brücke ist ein neues, wichtiges Verbindungselement im städtischen Gefüge von Satu Mare. Auf dem Mehrzweckdeck der Satu-Mare-Brücke verlaufen Fahrbahnen, Fuß- und Radwege nebeneinander. Ihr eleganter Überbau aus Stahl wiegt rund 230 Tonnen und wird von 56 hochfesten Schrägseilen getragen, die an 73 Meter hohen Pylonen verankert sind. Die Brücke wurde errichtet, um die Stadtgemeinden beidseits des Flusses besser zu verbinden, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger aufzunehmen und so die wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu fördern. Das Projektvolumen lag bei rund 40 Millionen Euro.

Ein Bauingenieur der Zentralen Technik (STRABAG) blickt auf seine Bildschirme mit Planungsmodellen der Satu-Mare-Brücke. © Filip Warchalowski / STRABAG SE

Präzision und Flexibilität in der Planung der Satu-Mare-Brücke

Die Umsetzung stellte eine besondere Herausforderung dar: Aufgrund der hohen Sensibilität des Tragwerks in den verschiedenen Bauphasen, Ausrüstungsspezifikationen und insbesondere dem Schrägseilsystem – musste der Entwurf in einem iterativen Prozess über zehnmal angepasst werden. Die Zentrale Technik koordinierte dabei die Schnittstellen zwischen Baustelle, Lieferanten und Planung und stellte von der Ankerplatte bis zur Pylonspitze durchgängig technische Lösungen bereit.

Dabei kam auch hochpräzise Technologie zum Einsatz: Mit Hilfe von drohnenmontierter LiDAR-Technologie wurden die Verankerungsplatten der Pylone millimetergenau vermessen. Die daraus generierten Punktwolken wurden auf Hochleistungsservern verarbeitet, mit dem Planungsstand verglichen und lieferten Kontrollpunkte für die Maschinensteuerung – die Grundlage für die präzise Montage der Schrägseile.

  • Ein Portrait von Ionut Daniel Moise.

    Nur durch die enge Verzahnung von ingenieurtechnischem Know-how, digitaler Methodik und baunaher Planung konnten wir die komplexen Bauphasen meistern.

    Ionut Daniel Moise
    Head of the Engineering Competence Centre Romania
Drei STRABAG-Bauingenieure der Zentralen Technik stehen an einem Tachymeter. © Filip Warchalowski / STRABAG SE

Digitales Bauen trifft Design Thinking

Die Zentrale Technik nutzte ein vollständiges BIM-5D-Modell, um mögliche Kollisionen frühzeitig zu erkennen und die Baustellenprozesse effizient zu gestalten. In Verbindung mit LEAN Construction-Prinzipien entstand so eine Planungsumgebung, die selbst komplexeste Aufgaben beherrschbar machte. Unsere Expertise brachten wir auch bei der hochpräzisen Spannung und der Winkelkorrektur der Schrägseile zusammen mit den notwendigen Feinjustierungen der FE-Modelle ein.

Nicht zuletzt waren auch die gewählten Bauverfahren Ausdruck einer praxisorientierten Planung: Die 73 Meter hohen Pylone wurden schnell und präzise mit selbstkletternden Schalungssystemen errichtet. Das segmentierte Brückendeck wurde mit Schwerlastkränen montiert, die auf temporären Plattformen positioniert waren. Statt einer konventionellen Auslegerlösung konnten wir so die Geometrie, Qualität und Bauzeit optimieren.

Zwei Bauingenieure der Zentralen Technik blicken auf einen Brückenpylon der Satu-Mare-Brücke. © Filip Warchalowski / STRABAG SE

Brückenbau mit Weitblick

Das Projekt Satu-Mare-Brücke steht exemplarisch für die interdisziplinäre Stärke der Zentralen Technik: Bauingenieurwesen, Tragwerksplanung, Geotechnik, Verkehrssicherheit und umfassende Mengenermittlung für alle Gewerke wurden nahtlos in einen einheitlichen Arbeitsablauf integriert. Gleichzeitig hat unser Team erfolgreich modernste Technologien wie drohnenbasierte Vermessung, hochauflösende digitale Geländemodelle und modellgesteuerte Planungsprüfungen eingesetzt, sodass digitale Erkenntnisse jede Phase des Bauprozesses direkt unterstützt haben.

Mit der erfolgreichen Fertigstellung der Brücke zeigen wir, wie sich digitale Werkzeuge, Design Thinking und technische Exzellenz gegenseitig ergänzen können, um komplexe Infrastrukturprojekte effizient, präzise und nachhaltig zu realisieren. Die Satu-Mare-Brücke ist ein Beweis dafür, wie moderne Ingenieursmethoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit ambitionierte strukturelle Konzepte in zuverlässige und zukunftsorientierte Lösungen verwandeln können.

Leistungen

  • Ingenieurleistungen nach HOAI
    • Leistungsphase 5: Ausführungsplanung
    • Leistungsphase 8: Objektüberwachung – Bauüberwachung und Dokumentation
  • Smart Engineering
    • BIM-Management
    • Drohnenmontierte LiDAR-Scans
    • Generierung der Punktwolken
    • Entwicklung digitaler Geländemodelle
    • Modellbasierte Planungsprüfungen

Die Satu-Mare-Brücke im Video

Ein STRABAG-Bauingenieur steht neben einem Zufahrtsviadukt der Satu-Mare-Brücke und blickt auf diese. © Filip Warchalowski / STRABAG SE